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Wer kann mir ein gute Buch empfehlen? Genau diese Frage möchten wir mit den Lieblingsbüchern von verschiedenen Personen auf unserer Homepage bieten.
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Hinzugefügt am 01.12.2011 - 22:23:09 vom RSSFeed
Kategorie: Buchtips RSS-Feed exportieren
 
 
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Andrea de Carlo: Wir drei
[amazonadd=3257062168] „Wir drei“ - das sind Livio, Misia und Marco. Livio, ein desorientierter Geschichte-Student, verliebt sich im Mailand der 70er Jahre in Misia. Die junge Restauratorin verfügt über alle jene Charaktereigenschaften, die Livio nicht besitzt. Sie ist realistisch, praktisch, optimistisch und zupackend. Mit Marco, seinem bester Freund, teilt Livio das Interesse für kurzfristige Traumprojekte, die nach der ersten Tuchfühlung mit der Realität lustlos abgebrochen werden. Auch Marcos plötzliche Leidenschaft fürs Filmemachen scheint eine dieser rasch verglühenden Leidenschaften zu sein. Doch Dank Misias Eingreifen, zeigt die Neugier und Begeisterungsfähigkeit der beiden Freunde erstmals konkrete Ergebnisse. Nicht nur für den Filmemacher Marco eröffnen sich damit völlig neue Perspektiven. Auch Livio erkennt mit Misias Hilfe seine künstlerischen Fähigkeiten als Maler und schafft es sogar, seine Bilder bei einer Galerie unterzubringen. Livio, Marco und Misia bleiben einander über die Jahre hinweg verbunden. Die kaputten Beziehungen, gescheiterten Ehen und sonstigen Katastrophen, die das Leben der drei Freunde heimsuchen, können das enge Band zwischen ihnen nicht zerreißen. Im Gegenteil: Ihre Zuneigung ist so etwas wie ein Fels, auf den sie in ihrem recht stürmischen Leben immer bauen können. Mit „Wir drei“ ist Andrea de Carlo eine spannende Zeitreise von den 70er in die 90er Jahre gelungen. Die Helden gehen ihren nicht immer ganz einfachen Weg, um am Ende des Romans gemeinsam zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Voller Optimismus und mit ungebrochener Faszination machen sie sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Andrea de Carlo: Wir drei Diogenes, 662 Seiten. Bewertung: 8 Punkte (beste Bewertung: 10 Punkte)
08.05.2012 - 21:19:25
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Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele
[amazonadd=3789132187] Ein Buch voller Gefühle für jedes Alter Die Trilogie "Die Tribute von Panem" spielt in ferner Zukunft. Im Band "Tödliche Spiele" findet sich der Leser in Panem wieder, einem Land, das in der Vergangenheit Nordamerika war, aber nicht mehr existiert. Es handelt sich um ein Buch, in dem über tödliche Gefahren sowie unsterbliche Liebe geschrieben wird und das so hinreißend ist, dass der erste Band im Jahre 2010 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Die Thematik handelt davon, dass in einer nicht näher genannten Zukunft Nordamerika bedingt durch Naturkatastrophen und Kriege nicht mehr existiert. Aus den Überresten der Weltmacht entstand Panem, ein Land, das von einer sehr harten Regierung geleitet wird. So finden – wie damals im antiken Rom – die sogenannten Hungerspiele statt, die grausam sind und am Ende nur einen Überlebenden haben. Katniss, die erfährt, dass ihre Schwester für ein Spiel ausgelost wurde, geht an deren Stelle und kämpft gegen Peeta. Beide machen einen Handel aus und überleben. Für die 16-jährige Katniss ist es nicht nur ein Spiel auf Leben und Tod gewesen, sondern auch ein Sturm ihrer Gefühle gegenüber Peeta. Die Autorin, Suzanne Collins, wurde 1962 in New Jersey/USA geboren. Mit ihrer Trilogie wurde sie 2010 vom Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten gewählt. Der erste Teil der Trilogie "Die Tribute von Panem – The Hunger Games" wurde verfilmt und spielte in den USA bereits am Eröffnungswochenende 155 Millionen Dollar ein.
23.04.2012 - 21:28:27
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Paulo Coelho: Der fünfte Berg
[amazonadd=325723158X]Was hat die Geschichte des Propheten Elias mit unserer modernen Welt zu tun? Nicht viel, möchte man meinen, schließlich sind seit der Zeit des Hebräers beinahe 30 Jahrhunderte vergangen. Und doch hat der Elias aus Coelhos Märchen etwas erlebt, das die Menschen nach vor bewegt: Er hat zu sich selbst gefunden, hat gelernt, nicht ständig in der Vergangenheit zu leben und die richtigen Lehren aus seinen verlorenen Schlachten zu ziehen („Ein Krieger akzeptiert die Niederlage. Er ist bitter gekränkt und die Gleichgültigkeit und die Einsamkeit lassen ihn schier verzweifeln. Doch danach leckt er seine Wunden, rappelt sich auf und fängt von vorne an.“) Der fünfte Berg“ zählt nicht zu den Büchern, die einen von der ersten Seite an in den Bann ziehen. Ist man aber erst einmal in die Geschichte eingetaucht, lässt sie einen bis Schluss nicht mehr los! Der Brasilianer Colho erzählt von der „Berufung“ des Elias zum biblischen Propheten, einer Berufung die ihm und seiner Umgebung zunächst einmal nichts als Unglück bringt. Israels Königin Isebel will Elias töten lassen: Sie ist eine Anhängerin des Baal-Kultes und sieht die Verbreitung ihres Glaubens durch Elia und seinen einzigen Gott Jahwe gefährdet. Elia gelingt die Flucht nach Phönizien, dem heutigen Libanon. Auf Gottes Geheiß begibt er sich die Stadt Akbar, die vom Belagerungsheer der Assyrer bedroht wird. Er wird von einer Witwe aufgenommen, in die er sich verliebt. Akbar wird, obwohl es den Fremden nur widerwillig und in der Hoffnung auf ein späteres Kopfgeld aufnimmt, für Elias zur zweiten Heimat. Nach der Zerstörung der Stadt durch die Invasoren und dem Tod seiner Geliebten zweifelt der Prophet an der Gerechtigkeit Gottes, bis er schließlich einen Sinn in dem scheinbar Sinnlosen entdeckt. Coelho ist es gelungen, die Lebensgeschichte des Propheten Elias in ein romantisches und poetisches Märchen zu verpacken. Seine Romanweisheiten wirken weder aufgesetzt noch belehrend: Coelho liefert nicht d i e Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Er hat aber zweifellos ein paar gute Ideen zu diesem Thema, die es wert sind, dass man über sie nachdenkt. Paulo Coelho: Der fünfte Berg Verlag Diogenes, 223 Seiten. Bewertung: 10 Punkte (beste Bewertung: 10 Punkte)
12.04.2012 - 21:13:47
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Paul Auster: Von der Hand in den Mund
[amazonadd=3499226340]Rowohlt, 511 Seiten. Geld ist wichtig: Diese Erfahrung mußte auch Paul Auster, Sohn einer wohlhabenden jüdischen Mittelstandsfamilie, machen. In seiner Autobiographie beschreibt er seinen Werdegang, der lange Jahre von der ständigen Jagd nach Geld bestimmt war. Wir erleben Auster als Student der Columbia University, der eigentlich nur deshalb studiert, weil er ein Stipendium bekommt. Auster in Paris, ständig auf der Suche nach irgendwelchen Gelegenheitsjobs. Aufträge für Übersetzungsarbeiten und Rezensionen und die Hilfe von Freunden halten den Schriftsteller, der sich eigentlich bei handfester Arbeit weit wohler fühlt, über Wasser. Und so heuert der Sohn aus gutem Hause auf einem Ã-ltanker an, nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch, um zu lernen, sich in dieser fremden Welt durchzusetzen. Bei seinen mehr oder weniger ertragreichen Jobs lernt Paul Auster eine Menge Leute kennen: Wanderarbeiter, Obdachlose, witzige und verzweifelte Menschen kreuzen seinen Lebensweg. Manche von ihnen werden zu Freunden. Ergänzt wird das Buch durch eine Sammlung früher Werke: der Detektivroman „Squeeze Play“, drei Einakter und eine Baseball-Kartenspiel zeigen, daß auch berühmte Schriftsteller eine Phase des Lernens und Begreifens durchleben. Bewertung: 7 Punkte (Maximum: 10 Punkte)
19.03.2012 - 12:47:59
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Joyce Burditt: Blut ist dicker als Ketchup
[amazonadd=3499261170]Verlag Wunderlich, 316 Seiten. Der Roman der US-amerikanischen Autorin und Filmproduzentin Joyce Burditt erzählt von den Dreharbeiten zu einer Krimiserie. Die Intrigen innerhalb des Filmteams erreichen ihren Höhepunkt als Amy Westin, die nicht gerade beliebte Hauptdarstellerin der Serie, ermordet wird. Privatdetektivin Demeter O´Brien, sie arbeitet als Beraterin bei den Filmarbeiten mit, hat alle Hände voll zu tun, um die verwirrende Angelegenheit aufzuklären und dabei nicht selbst ermordet zu werden. Es gibt einfach zu viele Kandidaten, die als Mörder in Frage kommen: die schwangere Drehbuchautorin Cassie, die nicht mehr zwischen Realität und Drehbuch unterscheiden kann, ist ebenso verdächtig wie Hauptdarsteller Buck Stevens, der mit seinen Starallüren allen auf die Nerven geht und der reichlich seltsame Kameramann und New-Age-Guru Steve. Leider ist der Schluß von Joyce Burdits Krimi ist nicht besonders aufregend. Der Mörder entpuppt sich zwar als jene Person, der man diese Tat am allerwenigsten zutraute. Das Ganze wirkt aber irgendwie konstruiert und etwas unglaubwürdig. Abgesehen davon hat „Blut ist dicker als Ketchup“ aber einige wirklich gute Seiten mit witzigen Dialogen und ironischen Seitenhieben auf den ganz normalen Hollywood-Wahnsinn. Bewertung: 7 Punkte (beste Bewertung: 10 Punkte)
29.02.2012 - 12:45:31
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Lily Brett: Einfach so
[amazonadd=3518395335]Deuticke, 446 Seiten. Lily Brett ist eine scharfsichtige, intelligente Beobachterin der New Yorker Gesellschaft. In ihrem stark autobiografisch gefärbten Roman erzählt sie „einfach so“ vom Leben einer Frau, die mit einem Künstler verheiratet ist, drei Kinder und einen nicht ganz alltäglichen Beruf hat. Esther schreibt als freie Journalistin Nachrufe für verschiedene Zeitungen. Was manche ihrer Freundinnen als „morbid“ empfinden, ist für Esther ein „wundervoller Job“: Sie liebt es, das Leben anderer Menschen wie ein Puzzle zusammenzufügen. Zu den Reichen, Schönen und Prominenten New Yorks hat Esther ein distanziertes Verhältnis: Sie ist (wenn auch nur am Rande) ein Teil dieser Gesellschaft und fühlt sich doch als Außenseiterin: Die Oberflächlichkeit, die fehlende Würde und Rastlosigkeit dieser Menschen schrecken sie ab. Esthers Leben ist überschattet vom Holocaust und den schrecklichen Erinnerungen ihrer jüdischen Eltern, die als KZ-Häftlinge unvorstellbare Grausamkeiten erdulden mussten. Lily Brett, beschreibt auf schmerzliche und eindringliche Weise, was es bedeutet, als Angehörige der sogenannten „zweiten Generation“ mit diesen Erinnerungen fertigwerden zu müssen. Was viele so gerne vergessen möchten, ist für diese Menschen noch längst nicht vorbei: Die Schmerzen, die Demütigungen und die Angst leben weiter. Auch in Esther sind die Schrecken des Holocaust noch immer lebendig: Sie tauchen unvermittelt auf. Bilder drängen sich in ihren Kopf: Es sind schockierende Bilder, die Wut, Übelkeit und Entsetzen auslösen. Lily Bretts Blick in die Seele der Überlebenden und ihrer Nachkommen ist schmerzlich. Esther hat eine Menge Probleme. Ihre Ängste und Unentschlossenheit konnten auch zwölf Jahre intensive therapeutische Behandlung nicht vertreiben. Die Beziehung zu ihrem Vater ist problematisch. Esther fühlt sich oft entwurzelt und heimatlos. Und doch ist „Einfach so“ keine deprimierende, tieftraurige Geschichte. Es gibt sogar jede Menge zu lachen: Etwa dann, wenn Lily Brett in ihrer unverblümt-direkten Sprache den ganz normalen New Yorker Wahnsinn beschreibt, wenn sie über Sex spricht oder mit feiner Ironie, die Rituale der sogenannten „feinen Gesellschaft“ auf die Schaufel nimmt. Auch die eigene jüdische Welt betrachtet Brett mit liebevoll-ironischen Augen (Esther über ihren Mann, mit dem sie seit vielen Jahren glücklich verheiratet ist: „Sean sieht wie ein Jude aus, aber es ist leicht zu erkennen, dass er keiner ist. Er sieht einfach einfach zu fröhlich aus!“). Lily Brett hat ein schrecklich-schönes Buch geschrieben, das einen von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht - einfach so! Bewertung: 10 Punkte (beste Bewertung: 10 Punkte)
09.02.2012 - 12:44:18
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Alessandro Baricco: Land aus Glas
[amazonadd=342313447X]Verlag Piper, 270 Seiten. Drei Dinge in Alessandro Bariccos Buch sind besonders wichtig: das Glas, die Eisenbahn und die Musik. Sie bilden den Lebensinhalt der Romanhelden, bestimmen ihr Schicksal und werden ihnen schließlich zum Verhängnis. Ort des Geschehens ist Quinnipak - ein kleines Städtchen irgendwo in Europa. Hier werden irgendwann im Laufe 19. Jahrhunderts große Träume geboren und merkwürdige Projekte in die Tat umgesetzt. Die Bewohner dieses Traumlandes sind phantasievoll, mutig und ziemlich verrückt! Mr. Rail ist einer von ihnen. Er besitzt eine Glasfabrik und träumt von der Eisenbahn. Eine Lokomotive (Elisabeth) besitzt er bereits. Sie soll auf einer schnurgeraden, 200 Kilometer langen Strecke, die auf der Wiese unter dem Haus der Rails beginnt, in die Unendlichkeit sausen. So wie die Eisenbahn die Welt der Menschen verändert (die Zeit wird plötzlich knapp!), verändert sie auch Mr. Rails Welt und die Welt seiner Frau Jun. Hector Horace fesseln andere Dinge: Der geniale Architekt entwirft wunderschöne Glaspaläste, die nie gebaut werden. Wie bei den anderen Träumern Quinnipaks leben auch bei Horace Genie und Wahnsinn in enger Verbundenheit. Auch Mr. Pekisch hat Träume. Er ist der Komponist und Erfinder des Städtchens. Unter seiner Leitung ist ein ganz besonderes Orchester entstanden: das Humanophon: Es besteht aus Tönen, die sozusagen zu Fleisch und Blut geworden sind. Jedes Orchstermitglied hat nur einen einzigen, ganz bestimmten Ton in seinem Repertoire. Ab und zu kommt es zu natürlichen Ausfällen: So geht etwa mit dem Tod des Referend Hasek (Leberzirrhose) auch das tiefste fis des Humanophons verloren (die Grabrede wurde selbstverständlich von den beiden anderen fis - Mr. Wouk und Mr. Bardini - gehalten). Mr. Pekisch lebt in einem Universum von Tönen und jagt ständig neuen, noch nie gehörten Klangfarben hinterher („Unter einem Meer flüssiger nächtlicher Töne begraben, wartete er auf einen runden Bronzeton.“). Er konstruiert noch nie gespielte Instrumente (etwa aus Kleiderschränken), bis ihn die Musik schließlich um den Verstand bringt. Alessandro Baricco schafft es meisterhaft, Pekischs Tönen Leben einzuhauchen. Der ehemalige Musikkritiker schreibt, als würde er ein Stück komponieren. - Sein Romanheld Pekisch entwirft „Klanggewitter“ mit einer „Million Töne, die sich außer Rand und Band in eine einzige Melodie stürzen.“ Baricco macht daraus „Wortgewitter“, die er in atemberaubenden Schachtelsätzen, die sich über ein oder zwei Buchseiten hinziehen, auf den Leser niederprasseln läßt. Dabei arbeitet er mit Wiederholungen: Wichtige Motive - Satzfragmente, Sätze oder ganze Absätze - werden wie bei einer Komposition in Variationen immer wieder dargeboten. Ein seltsames, skurriles Buch, das in keine literarische Schublade zu passen scheint; poetisch, witzig und eigentlich unbeschreiblich. Bewertung: 9 Punkte (beste Bewertung: 10 Punkte)
15.01.2012 - 12:41:33
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Buchbesprechung "Coraghessan Boyle: Fleischeslust"
[amazonadd=3423129107]Coraghessan Boyle: Fleischeslust Carl Hanser, 294 Seiten. Die Beziehungskisten in T.C. Boyles Erzählband „Fleischeslust“ enthalten so ziemlich alles, was es zwischen zwei Menschen an emotionalen Verstrickungen geben kann: Hass, Wut, Eifersucht, Gleichgültigkeit aber auch sehnsüchtiges Verlangen, tiefe Liebe und Zuneigung. Die Paare lieben, streiten, hassen und versöhnen sich: Willis und Muriel machen sich nach vielen Ehen und gescheiterten Beziehungen gegenseitig die letzten Lebensjahre zur Hölle. Marsha und Julian können nur mehr durch eine Radikalkur von ihrer Sammelwut, die ihr Haus aus allen Nähten platzen lässt, geheilt werden. Die aus Russland stammende Irina und Kalifornier Casey leiden an einer Beziehung, die schließlich an unerfüllten Wünschen, Geld und nicht zu vereinbarendem Temperament zugrunde geht. Aber nicht nur Liebespaare geraten in dem von Boyle entworfenen emotionalen Hexenkessel. In „Ehrenwerte Gesellschaft“ etwa gehen sich zwei vor Hass schon ganz kranke Mafiabosse gegenseitig an den Kragen und brechen ausgerechnet beim alles entscheidenden Showdown in der Praxis ihres Arztes zusammen. Der Sprachkünstler Boyle zieht die Leser gekonnt in seinen Bann, verstrickt sie in seine ganz alltäglichen und doch besonderen Geschichten, zeigt im Kleinen große Zusammenhänge. Die Menschen in seinen Erzählungen wirken wie Naturkatastrophen, die der Autor gekonnt über die Leser hinwegfegen lässt. Boyles Short Storys sind richtige Kunstwerke und lassen verzeihen, dass der Autor seine literarischen Heldinnen durchgängig ziemlich eindimensional als wirklich garstige, rachsüchtige, blutsaugende oder doch zumindest reichlich neurotische Wesen zeichnet. Bewertung: 9 Punkte (beste Bewertung: 10 Punkte)
22.12.2011 - 20:40:41
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